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bright side of live

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Danke Jonas fürs "Modeln" - Blitzidee am Nachmittag.

Ich liebe Slush Eis

 

18.3.09 16:29


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Das Gelage dieser Tage

Hai LeutzZzZ :3

Hier mal ein kurzer Text, im Religionsunterricht entstanden zwischen Themen wie Krieg, Hungersnot etc. wegen einem plötzlichen Einfall und dem Drang wieder zu schreiben. Die Idee kam durch den ersten Satz eines Kapitels meines Lieblingsbuches (ich hab die unschuld kotzen sehen II)

"Das Gelage dieser Tage"

 Hier jetzt der Text, lasst es euch "schmecken" ;D

Die Frau mir gegenüber sieht mich nicht an. Ein paar Fasern lösen sich bereits aus ihrem kunstvoll und übertrieben, beinahe hässlich aussehendem, auftoupiertem Haargebilde und hängen ihr ins Gesicht. Sie schwitzt und Flecken der Anstrengung wachsen auf ihren Wangen. Hektisch zerrt sie an einem Stück Fleisch, das auf ihrem Teller liegt. Ihre Fingernägel bohren und graben sich zwischen die Sehnen, rotes Fett läuft ihre Handgelenke hinab, als wären ihre eigenen Venen die Quelle.
Ich starre sie nur an, unter dem Tisch kralle ich mich an den Tischbeinen fest. Wenigstens ein bisschen Halt.
Der Junge neben mir stöhnt leise. Er ist blass. Die, von aufplatzenden Äderchen bemalten Augen, sind geschminkt. Astig und unregelmäßig mit abplatzendem Schwarz. Das weiße Make-up schält sich von seinen Wangenknochen wie feuchte Tapete, wie eine zweite Haut.
Er und die Frau sind nur zwei von uns vieren.
Wir sitzen an einem Tisch. Die Tischplatte übersät mit Knochen, leeren Schalen, in denen der Schimmel Blüten erbaut und Ungeziefer heranwächst, wimmelnd die Risse in der Keramik verdeckend. Jemand hat das Tischdeckchen zerrissen. Schwere Kerzen, die die glühende Hitze zu seltsamen Gebilden deformiert hat, lassen Scherben glitzern wie Diamantsplitter.
Der Kopf des Jungen neben mir sackt auf die Tischplatte. Ein paar Strähnen seines Goldhaars schwimmen in einer Pfütze Rotwein. Der Junge umklammert immer noch die Flasche Wodka. Ein saurer, toter Geruch geht von ihm aus. Neben seinem reglosen Kopf, totkonsumiert, Häufen sich Berge aufgerauchter Zigaretten und Tips. Sie quellen aus den Aschenbechern und verfangen sich in seinen Haarflechten.
Ratlos löse ich meine Umklammerung unterm Tisch. Mein Blick verfängt sich in einem der Gerippe auf einer Silberplatte direkt vor mir. Die Rippen stechen wie Speere in die Stickluft. Dann greife ich nach einem der Behälter, der neben den anderen auf dem Boden liegt. Plastikdöschen. Alle leer. Der Junge hat sie alle geleert, sinnlos bergeweise Pillen geworfen, in sein Gehirn gekippt – immer auf der Suche nach dem neuen Glücksgefühl. Dem Glücksgefühl unserer modernen Zeit. Ein Ausweg aus allem. Konsumiere und sei schön. Lebe schnell und stirb jung. Der Junge hat sich dieses Gebot offenbar zu Herzen genommen. Sein Herz allerdings, hat dies nicht lange mitgemacht.
Der Mann, der achtlos Geld fressend, über seinen Teller gebeugt dasitzt, der teure Anzug befleckt mit Speiseresten, sieht nicht mal auf, als neben ihm einer stirbt. Er ist zu sehr beschäftigt.
Ein kurzes, schnappendes Atmen und sein rotes, verquollenes Gesicht taucht ab unter den Tisch, wo er kotzt. Sein Würgen geht unter im Klirren der Teller, Messer und Gabeln, im Fließen der Flaschen und dem panischen Kauen der Frau.
Er taucht wieder auf, wischt sich den Mund und greift nach dem nächsten Bündel Scheine.
Niemand spricht.
Mir ist schlecht.                                                                                                   
Etwas stopft mir Ekel in die Kehle.
Alles is(s)t – klebrig, ekelig, blutig, kaputt, süchtig, übelkeiterregend, krankmachend, fettleibig, maßlos, übertrieben, überall, alles.
Die Fremde mir gegenüber hebt den Kopf und grinst. Essensreste kleben zwischen ihren Zähnen, ihr dunkelroter Lippenstift ist verschmiert, das Dekolleté zu großzügig.
Doch sie spricht nicht zu mir, wischt sich nur die Hände an ihrem Kleid ab und grinst weiter.
Ich schiebe langsam meinen Stuhl zurück. Nur eine hastige, von meinem Ekeltrieb gesteuerte Bewegung und sie werden sich auf mich stürzen. Mich zerreißen und essen. Auf einer Silberplatte servieren mit einer Orange im Mund.
Ich gehe den ganzen Weg rückwärts, halte weiter Blickkontakt zu der Frau, die sich langsam ein kleines, fettiges Beinchen in den Mund schiebt und darauf herumkaut. Berstende Knochen.
Die Tür in meinem Rücken, der Weg hinaus.
Das Gelage dieser Tage.
Au Revoir. Ich lasse es hinter mir.


 

17.3.09 14:04


Selbstgemachtes zu Kaufen// Kawaii & alles für Kassettenmädchen:)

Eeh Bonsoir

Ich wollte nur mal schnell eine echt gute Seite mit meist selbsgemachtem KrimsKrams//Kleidung//Schmuck posten, die es mir wirklich sehr angetan hat. Wunderschöne Sachen. Erdbeermützen, Kassettenohrringe, Ghettoblastertaschen etc.

Lohnt sich da mal reinzugucken !

http://de.dawanda.com/

 

7.1.09 19:40


THE TRIBE :D

Dear Partypeople!

Weihnachten ist vorbei und ich hab mir bereits dir ersten 20 Folgen der 1. The Tribe Staffel reingezogen und muss sagen: für eine Kinderserie gehts da ganz schön zur Sache. Allein schon diese ganzen elenden Beziehungskrisen die da innerhalb der "Tribes" entstehen und Lex der irgendwie immer überall seine Triebe befriedigen will. Erschreckend - aber auch unterhaltsam:D

Ich hoffe ihr hattet schöne Weihnachten.

Und jetzt ein wunderschöner Songtext von den Foals. Plus entsprechendes Video ( für die Musik^^ )

This is a warning shot, your final call
An empty morgue with gurning hearts and hollowed crowns
And all I see is marching bands
Marching bands which never rest in broken stands
Butcher birds with useless throats
We're not safe of dying kings with plastic knives

It's just another hospital
It's just another, it's just another

Captains made with metal tags
Flags brought down of hollowed crowns
It's everything without a ??
It's just a, it's just a

It's just another hospital
It's just another, it's just another

Goodbye all, your marching bands
Laid to rest in broken stands
Butcher birds will fly away
This is not a warning call, your final shot

http://www.youtube.com/watch?v=m1n7CwuWIa4

 

28.12.08 00:18


etepetete

Guten Nachmittag ihr alle in den unermesslichen Weiten des Weeebs.

Ich bin grade fröhlich dabei Fotos auszudrucken und meinen restlichen Sonntag noch zu verplanen. Da meine Schwester vor ein paar Tagen 18 geworden ist stand heute morgen Familiebesuch auf dem Plan. Um halb 11 morgens! Ich bin immer noch müde da ich gestern Nacht/bzw. Morgen noch bis halb 3 am Telefon meine Gedanken mit einem netten Menschen geteilt hab. Kam aber nicht viel bei rum - war trotzdem lustig;D

Jedenfalls sind meine Eltern ziemlich schlecht drauf und ich weiß immer noch nicht genau wieso.

Naja, hier mal ein paar dA-Künstler die es mir sehr sehr angetan haben:

bellz.deviantart.com

xheartbroken.deviantart.com

hawthornee-devy.deviantart.com

stricksogge.deviantart.com

troublenight.deviantart.com

 


21.12.08 16:22


leer gemenscht

leer gemenscht ist ein wundervoller ausdruck aus meinem momentanen Lieblingsbuch "ich hab die unschuld kotzen sehen/und wir scheitern immer schöner" jaa - ich weiß. alle kleinen pseudo kinder lieben dieses buch. mir gefällt die schreibart sehr gut. die art wie der autor die dinge beschreibt. und dazu gehört nun mal eben der ausdruck "leer gemenscht" und so fühle ich mich im moment auch.

letzter schultag. ferienanfang.

und ich bin physisch und psychisch am ende meiner kraftreserven. meine laune: am tiefpunkt angelangt und ich weiß nicht wieso. hängt vermutlich mal wieder mit der lieben liebe zusammen. nicht vermutlich. ganz bestimmt - obwohl es keinen wirklichen grund gibt. vielleicht sollte ich die pessimistischen gedanken mal lassen und nicht gleich in allem das böse sehen. das rate ich euch übrigens allen da draußen: seid einfach mal glücklich und seid euch sicher, dass sich alles irgendwann klärt und in einer rosanen zuckerwattewolke verpufft. etepetete. das leben wäre ja sonst auch langweilig. optimismus und pessimismus in einer person. nunjar. um zum buch zurückzukommen. die die es noch nicht gelesen haben haben ein, zwar sehr vulgäres, aber wunderschön geschriebenes, sprachfeuerwerk verpasst und das meine ich ehrlich so.

orangensaft, apfelsaft, traubensaft. KiiiiiBaaa.

Kiba ist klasse! vllt solltet ihr das auch mal trinken (kirsch&bananensaft gemischt - ein genuss)

Draußen ist das erste Mal seit langem schönes Wetter. Die Sonne scheint sogar ein bisschen trotz des Winters. Meine Ferien sind auch jetzt schon wieder ausgeplant.

22.12. Treffen mit alten Bekannten

23.12. Geburtstagfeier eines Bekannten

24.12. naja das wisst ihr wohl selbst

25.12. familienbesuch (ich krieg meinen dropdead hoodie!:D)

so und hier jetzt noch ein schönes zitat aus romeo&julia:

Die Lerche war’s, die Tagverkünderin.
Nicht Philomele; sieh den neidischen Streif.
Der dort im Ost der Frühe Wolken säumt.
Die Nacht hat ihre Kerzen ausgebrannt.
Der muntre Tag erklimmt die dunstigen Höhn.
Nur Eile rettet mich, Verzug ist Tod.

19.12.08 13:55


Anamorphose

Geschichte!

Seltsam war wohl das treffendste Wort, mit dem man ihn beschreiben konnte.
Seltsam, merkwürdig, skurril oder auch einfach anders.
Er passte sich keinem bestimmten Muster an, lief in die andere Richtung. Den Kopf erhoben und sich dessen sicher, was er tat.
Manchmal sah ich ihn, jetzt, wo Sommerferien waren und wir alle mehr Zeit hatten als sonst.
Abends, wenn die müde Sonne den Himmel in warmen Farben bemalte und Wolken wie Ascheflocken am Himmel trieben.
Wenn ich von Freunden zurückkam oder aus dem Theater, die Hände noch ganz bunt vom Bemalen der Kulissen. Dann lag er auf dem Kopfsteinpflaster vor seinem Haus und hatte Kopfhörer auf. Er starrte einfach so in den Himmel, betrachtete das Spektakel der nahenden Nacht und badete im Sommerwind. Immer rief ich ihm einen verhaltenen Gruß zu und fuhr schnell weiter.
Dann hob er träge eine Hand und winkte, ohne mich anzusehen. Er kannte meine Stimme bereits.
Obwohl ich mir jedes Mal vornahm anzuhalten und mit ihm ein paar belanglose Worte zu wechseln, an die ich mich später nicht mehr erinnern würde, fuhr ich vor ihm davon. Ich hatte Angst. Oder so etwas Ähnliches.
Wie alle anderen.
In meiner Klasse hatten sie sich entschlossen, ihn nicht mehr zu beachten. Er war nicht mehr als ein Fremder für sie, ein Unbekannter seit zwei Jahren. Da war er hierher gezogen, mit seiner Tante. Ich hatte ihn nicht bemerkt, da ich, wie wir alle, wie jeder einzelne Jugendliche dieses Dorfes, zu sehr mit meinen eigenen Problemen beschäftigt war. Lächerliche, unwichtige Probleme doch offenbar groß genug um ihn nicht wahrzunehmen.
Es war eine schlechte Ausrede, das wussten wir alle. Und nach zwei Jahren war es einfach so geblieben. Niemand bemühte sich, ihn anzusprechen und das bleierne Schweigen zu brechen.
Und ganz im Gegensatz zu unseren Erwartungen machte es ihm wenig aus. Er lächelte jedem von uns zu und verlangte nicht einmal ein schwaches Zucken der Mundwinkel zurück.
Der Fremde nahm es so hin.
Der Fremde hieß Leonard.
Leonard war sechzehn so wie wir alle.
Er spielte Fußball, wie fast jeder Junge des Dorfes.
Er liebte Placebo, so wie ich.
Seine Kleidung war die eines normalen Jugendlichen.
Seine Augen moosfarben, die Haare braun.
Leonard war wie jeder andere auch und doch verbat es unsere angebliche Vernunft mit ihm zu sprechen.
Weil er seltsam war, ein seltsamer Junge der lachte, wenn es nicht lustig war und den Kopf nicht betrübt senkte, wenn es alle anderen taten. Er schien nicht extra so zu sein, er war es einfach und das machte ihn so abnorm.
 Niemand wollte ihn zum Freund weil einem in seiner Nähe die Sätze entfielen, weil man sich dumm vorkam und unwissend. Auch das war ein Grund des Schweigens. Wenn er sprach, war es weise, klang gewählter als unsere geliebte Umgangssprache und hatte insgesamt viel mehr Stil.
Wie ein alter Mann im Körper eines Jugendlichen.
Sie begannen merkwürdige Sachen über ihn zu erzählen. Er säße manchmal an seinem Fenster und fing die Nachtfalter ein um sie in einem Glas einzusperren und an sein Bett zu stellen. Er redete auch mit sich selbst und streifte in der Dunkelheit barfuß durch die Straßen.
Niemand mochte ihn wirklich. Leonard war verboten.
Heute war wieder so ein Tag. Es war noch warm, der Asphalt spendete seine restliche Hitze der abgasgetränkten Luft und ich fuhr freihändig durch die Straße, in die er wohnte.
Mir ging es gut, ich hatte Musik in den Ohren und in mir drin und es war solch ein Abend, an dem ich mein Leben liebte so wie es war.
Am liebsten hätte ich laut mitgesungen, hätte ich den Text gekonnt.
Stattdessen spürte ich ein Lächeln auf meinen Lippen. Der Wind schlug mir die Haare aus dem Gesicht und ließ sie hinter mit herzüngeln wie ein Feuerschweif.

Er lag auf dem Kopfsteinpflaster vor seinem Haus und hatte Kopfhörer auf. Er starrte einfach so in den Himmel, betrachtete das Spektakel der nahenden Nacht und badete im Sommerwind. Wie immer rief ich ihm einen verhaltenen Gruß zu – er hob die Hand und winkte.
Es sollte wohl an meiner Laune liegen, an dem Glück das mich bis in die Kehle hin anfüllte und mir das Atmen schwer machte, weil es so dickflüssig war wie Ahornsirup und mindestens genauso süß. Jedenfalls fuhr ich nicht weiter. Meine rostigen Bremsen schrieen empört auf, als ich sie mit aller Kraft anzog und schlingernd zum Stehen kam.
Mein Atem ging schwer und mein Herz hatte den Rhythmus aufgegeben. Nervös pulsierte es in meinem Hals. Wo waren die Worte hin, die ich mir schon so oft zurechtgelegt hatte. Für den Fall der Fälle, für den geschichtsträchtigen Tag an dem ich, Marie, das ewige Schweigen, das Eis der Unsicherheit mit einem lockeren „Hallo!“ brechen würde.
Das lockere Hallo wog auf einmal mehrere Kilo und klebte an meinen Zähnen, ließ sich nicht herauswürgen. Stumm stand ich auf der Straße und musterte Leonard.
Zuerst schien er meine Anwesenheit nicht zu bemerken, dann jedoch setzte er sich langsam auf, zog die Knie an und die Kopfhörer von den Ohren.
„Einen schönen guten Nachtanfang.“ Sagte er leise. Ich nickte und lächelte verkrampft.
„Was gibt’s?“
Seine Stimme wehte zu mir hinüber. Doch er bewegte sich kein Stückchen, wie eine Statue saß er auf dem Weg, nur sein Blick war wach und die Augen ein Stück zu weit geöffnet.
„Nichts.“ Sagte ich wahrheitsgetreu, da ich mich nicht mehr an den Grund erinnern konnte, der mich zum Anhalten gebracht hatte.
„Das ist nicht besonders viel aber genug.“ Entgegnete er milde lächelnd und richtete sich auf, die Bewegungen grazil und fließend.
„Es ist der erste Abend, an dem mal etwas anders ist.“
Ich wusste nicht, ob er glücklich darüber war oder nicht. Seine Miene war eine reglose Maske die er schnell übergezogen hatte.
„Es ist ein schöner Abend.“ Murmelte ich und zuckte hilflos mit den Schultern als er die Augenbrauen hochzog.
„Mir hat bis jetzt jeder besonders gut gefallen. Auch wenn immer alles denselben Lauf genommen hat. Ich bin zufrieden mit dem was ich habe. Aber es macht mir auch nichts, mehr zu kriegen.“
„Das macht keinem was aus.“
Leonard stand mir jetzt gegenüber, zwei Schritte von mir entfernt.
Interessiert musterte er mich, als hätte er ein Mädchen wie mich noch nie zuvor gesehen.
„Du gehst in meine Klasse?“
Zaghaft nickte ich und wusste nicht, wieso es mir auf einmal so unangenehm war.
„Und wieso hältst du an?“ Kein Vorwurf war darin, bloße Neugierde.
Versetzte ich mich in Leonard, was mir mehr als schwer viel, musste ich beschämt feststellen, dass ich nicht so gelassen reagiert hätte. Vermutlich wären Spott und Verbitterung meine Hilfsmittel gewesen mich zu wehren. Er war so anders.
Beängstigend!
ich spürte wie mein Knie nervös zuckte - mein Rad wartete auf mich, mein Heimweg. Doch die Lust auf Musik und Lachen war vergangen, das Brodeln in meinem Innern erloschen.
„Ich weiß es nicht.“
„Also eine spontane Reaktion.“ Grinste er.
Ich traute mich nicht ihm zu sagen, dass ich es schon so oft geplant hatte. Womöglich würde er nach dem Grund fragen und ihm zu sagen, dass er zu seltsam war um sich mit ihm anzufreunden, brachte ich nicht über mich. Vermutlich weil es nicht mal stimmte. Weil es nur eine müde Ausrede war.
Der Wind strich mir beruhigend über die Wangen und ließ meine Haare in der Sommerluft tanzen wie ein fein gewobenes Spinnennetz. Es roch nach Regen. Leonard starrte nach oben in den Himmel als hätte er meine Gedanken gelesen.
„Es wird Regen geben. Sieh dir die Wolken an.“
Zögernd folgte ich seinem Blick.
Die sanften Pastelltöne hatten sich verdunkelt, schwere, unförmige Massen walzten dort oben, schoben sich vorwärts. Alles färbte sich langsam in einem gelblichen Licht. Ich warf einen langen Schatten vor mich auf den Gehweg der sich mit Leonards schnitt.
„Weißt du. Heute kommt alles zusammen.“ Sagte er.
„Du hältst an, anstatt an mir vorbeizufahren und seit Wochen regnet es wieder. Ich hab immer darauf gewartet. Immer wenn ich abends auf den Steinen lag.“
„Auf was hast du gewartet?“
„Darauf, dass alles zusammen kommt.“ Er runzelte nachdenklich die Augenbrauen.
„Du trägst deinen Teil dazu bei. Ich weiß, was ihr über mich redet und ich weiß, was ihr von mir denkt. Es ist nicht schön so behandelt zu werden, aber ich weiß, warum ihr so seid und dass es ganz einfach die Angst vor dem Neuen ist. Ich will mich nicht ändern um angenommen zu werden und so abhängig von Menschen bin ich nicht.“
Die Worte kamen bedacht und ruhig aus seinem Mund geflossen, sachlich formuliert und ich verstand ihn. Es war ein befreiendes Gefühl.
Und er erwartete keine Antwort von mir. Nur den Ausdruck des Verstehens in meinen Augen.
Die ersten Tropfen zersprangen auf den Steinen und unserer Haut.
„Du solltest nach Hause gehen, wenn du nicht nass werden willst.“
Er lächelte mir zu.
„Bis morgen Abend!“ Sagte ich.


 

18.12.08 19:09


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